Photovoltaik lohnt sich: Wann rechnet sich eine Solaranlage wirklich?
Photovoltaik lohnt sich auch dann noch, wenn es für eingespeisten Strom nur noch rund 7,70 Cent pro Kilowattstunde gibt, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Gewinn einer Solaranlage kommt heute fast nur noch aus dem Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, spart dir den Netzstrom, bei einem angenommenen Strompreis von 37 ct/kWh also rund fünfmal so viel, wie die Einspeisung bringt. In diesem Ratgeber rechnen wir dir ehrlich vor, wann sich eine PV-Anlage rechnet, wie lange die Amortisation dauert und für wen sie sich besonders lohnt.
Willst du wissen, ob sich Photovoltaik auf deinem Dach lohnt? Jetzt unverbindliches Angebot anfordern. Wir rechnen es dir mit deinen echten Verbrauchsdaten durch.
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Was kostet eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus?
Als Richtwert rechnen wir für eine fertig montierte Anlage mit rund 1.450–1.750 € pro kWp ohne Speicher:
| Anlagengröße | Richtpreis (modelliert) |
|---|---|
| 6 kWp | ca. 8.700–10.500 € |
| 8 kWp | ca. 11.600–14.000 € |
| 10 kWp | ca. 14.500–17.500 € |
| 10 kWp mit BYD-Speicher HVS 10.2 | ca. 22.200–26.700 € |
Für Lieferung und Montage auf oder an Wohngebäuden zahlst du seit dem 1. Januar 2023 keine Umsatzsteuer (0 %). Mehr zu Preisen und Kostenfaktoren findest du unter Kosten einer Solaranlage und 10-kWp-Photovoltaikanlage.
Rechenbeispiel: Wann rechnet sich eine 10-kWp-Anlage?
Ein Vierpersonenhaushalt in der Region Hannover verbraucht 4.800 kWh im Jahr. Die 10-kWp-Anlage erzeugt rund 8.900 kWh (893 kWh pro kWp). Wir rechnen mit einem angenommenen Strompreis von 37 ct/kWh, einer Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh, ohne Strompreissteigerung und ohne Förderung:
| Ohne Speicher | Mit Speicher (ca. 10 kWh) | |
|---|---|---|
| Selbst genutzter Solarstrom | ca. 2.700 kWh (30 %) | ca. 4.000 kWh (45 %) |
| Ersparnis beim Netzstrom | ca. 990 € | ca. 1.490 € |
| Einspeisevergütung für den Rest | ca. 480 € | ca. 380 € |
| Vorteil pro Jahr | ca. 1.470 € | ca. 1.870 € |
| Investition (Richtwert) | 14.500–17.500 € | 22.200–26.700 € |
| Rechnerische Amortisation | ca. 10–12 Jahre | ca. 12–14 Jahre |
Warum nur 45 % mit Speicher? Die Anlage erzeugt fast doppelt so viel Strom, wie der Haushalt verbraucht. Selbst mit Speicher bleibt deshalb ein großer Teil für die Einspeisung übrig. Bei kleineren Anlagen oder höherem Verbrauch liegt der Eigenverbrauch mit Speicher eher bei 55–70 %.
Nach der Amortisation erzeugt die Anlage noch viele Jahre Strom, denn hochwertige Module halten 25 bis 30 Jahre und länger. Steigt der Strompreis, verkürzt sich die Amortisation. Kommen Wärmepumpe oder E-Auto dazu, nutzt du mehr Solarstrom selbst und rechnest noch besser.
Rendite, Kosten pro kWh und Bilanz nach 20 Jahren
Aus dem Rechenbeispiel ohne Speicher ergeben sich diese Kennzahlen. Wir rechnen bewusst einfach, ohne Strompreissteigerung, ohne Kredit und ohne Wartungskosten:
| Kennzahl | Ergebnis |
|---|---|
| Rendite pro Jahr über 20 Jahre | ca. 5,5–8 % (bei 16.000 € Investition ca. 6,7 %) |
| Kosten für Solarstrom vom eigenen Dach | ca. 7–8 ct pro kWh über 25 Jahre, im Vergleich zu rund 37 ct für Netzstrom |
| Überschuss nach 20 Jahren | ca. 12.000–15.000 € |
Die Kosten pro kWh ergeben sich aus dem Anlagenpreis geteilt durch den Ertrag über 25 Jahre, rund 210.000 kWh bei 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr. Ein Wechselrichtertausch im Laufe der Zeit erhöht sie leicht, ändert aber nichts am Ergebnis: Strom vom eigenen Dach ist ein Vielfaches günstiger als Strom aus dem Netz.
Was die Wirtschaftlichkeit wirklich bestimmt
- Eigenverbrauch: Der wichtigste Hebel. Ohne Speicher nutzt ein typischer Haushalt 25–35 % seines Solarstroms selbst. Wer tagsüber zu Hause ist oder große Verbraucher wie Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lässt, kommt höher.
- Strompreis: Je teurer dein Netzstrom, desto mehr ist jede selbst genutzte Kilowattstunde wert.
- Dach: Süden mit 30 bis 35 Grad Neigung ist ideal, Ost-West-Dächer sind ebenfalls wirtschaftlich und liefern Strom morgens und abends.
- Anlagenpreis: Vergleiche Angebote anhand des Preises pro kWp, nicht nur des Gesamtpreises.
- Große Verbraucher: Mit Wärmepumpe und Wallbox steigt der Eigenverbrauch deutlich.
Lohnt sich Photovoltaik mit oder ohne Speicher?
Das hängt von deinem Verbrauchsprofil ab. Bist du tagsüber selten zu Hause, bringt ein Speicher mehr, weil du den Mittagsstrom sonst kaum nutzt. Bist du viel zu Hause oder hast du tagsüber hohen Verbrauch, rechnet sich die Anlage oft auch ohne Speicher sehr gut. Rein rechnerisch braucht ein Speicher allein meist länger, bis er sich bezahlt macht, als die PV-Anlage selbst. Wichtig wird er bei steigenden Strompreisen, hohem Abendverbrauch und wenn dir Notstrom und Unabhängigkeit wichtig sind. Ein ehrliches Rechenbeispiel dazu findest du im Ratgeber Stromspeicher für Zuhause.
Förderung und Steuern: Was die Rechnung verbessert
- 0 % Umsatzsteuer: Seit dem 1. Januar 2023 für Lieferung und Montage von PV-Anlage und Speicher auf oder an Wohngebäuden, auch bei vermieteten Häusern.
- Keine Einkommensteuer: Erträge aus Anlagen bis 30 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei, insgesamt bis 100 kWp pro Steuerpflichtigem.
- Einspeisevergütung: Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gilt der feste Satz 20 Jahre lang. Laut Regierungsentwurf zur EEG-Novelle 2027 soll es für neue kleine Anlagen danach nur noch eine befristete Übergangszahlung geben. Details liest du unter EEG-Novelle 2027.
- KfW-Kredit 270: zinsgünstige Finanzierung für Anlage und Speicher. Das ist ein Darlehen, kein Zuschuss.
- Regionale Förderung: In Hannover und fünf Umlandgemeinden fördert proKlima voll belegte Dächer, solange Fördermittel verfügbar sind. Anträge für 2026 sind laut proKlima bis zum 31. Oktober 2026 möglich. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden. Mehr dazu findest du unter Solaranlagen-Förderung in Hannover.
Einen Bundeszuschuss für private PV-Anlagen gibt es nicht.
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Lohnt sich Photovoltaik ab 2027 noch?
Nach dem Regierungsentwurf zur EEG-Novelle 2027 sollen neue Anlagen unter 25 kW keine feste Einspeisevergütung für 20 Jahre mehr bekommen, sondern 36 Monate lang 5,2 ct/kWh und danach Erlöse aus der Direktvermarktung. Wie hoch die genau sein werden, steht noch nicht fest.
Eine grobe Schätzung für unser Rechenbeispiel: Bringt der eingespeiste Strom im Schnitt nur noch rund 3 ct/kWh, sinkt der Vorteil pro Jahr ohne Speicher von rund 1.470 € auf rund 1.180 €. Die Amortisation verlängert sich dann von 10–12 auf etwa 12–15 Jahre. Die Ersparnis durch Eigenverbrauch bleibt gleich, deshalb werden Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und ein Energiemanagement wichtiger. Photovoltaik lohnt sich also auch ab 2027, aber die Rechnung hängt noch stärker davon ab, wie viel Strom du selbst nutzt. Wer bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, sichert sich noch die feste Vergütung für 20 Jahre.
Photovoltaik lohnt sich besonders für diese Haushalte
Rentner und Homeoffice
Wer tagsüber zu Hause ist, verbraucht viel Solarstrom direkt. Das erhöht den Eigenverbrauch auch ohne Speicher. Wer die Anlage aus eigenem Kapital bezahlt, spart sich außerdem Kreditzinsen.
Haushalte mit Wärmepumpe oder E-Auto
Beide brauchen viel Strom und lassen sich zeitlich steuern. Damit landet deutlich mehr Solarstrom im eigenen Haus. Mehr dazu liest du unter Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren.
Norddeutschland mit weniger Sonne
Photovoltaik lohnt sich auch im Norden. In Niedersachsen scheint die Sonne etwas weniger als in Süddeutschland, für eine wirtschaftliche Anlage reicht es aber locker. Mit rund 893 kWh pro kWp und Jahr erzeugt eine Anlage in der Region Hannover deutlich mehr Strom, als ein typischer Haushalt verbraucht.
Altbau
Auch auf älteren Häusern lohnt sich Photovoltaik. Prüfe aber vorher den Zustand des Dachs. Steht in den nächsten Jahren eine Sanierung an, kombiniere beides. Mehr dazu liest du unter Photovoltaik und Dachsanierung.
Wann lohnt sich Photovoltaik weniger?
- Das Dach ist stark verschattet, etwa durch hohe Bäume oder Nachbargebäude.
- Das Dach muss in wenigen Jahren saniert werden, und du willst nicht beides zusammen machen.
- Dein Stromverbrauch ist sehr niedrig, zum Beispiel rund 3.000 kWh im Jahr, und du planst keine größeren Verbraucher. Dann geht ein großer Teil des Solarstroms für wenige Cent ins Netz, und die Amortisation dauert länger. Eine kleinere Anlage oder ein Balkonkraftwerk ist dann oft die bessere Wahl.
So gehst du vor
- Verbrauch prüfen: Jahresverbrauch aus der Stromrechnung, dazu Pläne für Wärmepumpe oder E-Auto.
- Dach prüfen lassen: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Zustand und Statik.
- Angebote vergleichen: Preis pro kWp, Komponenten mit Typangabe, enthaltene Leistungen und Zahlungsbedingungen.
- Förderung klären: regionale Programme vor der Beauftragung beantragen.
- Installation und Anmeldung: Netzbetreiber und Marktstammdatenregister.
- Eigenverbrauch optimieren: große Verbraucher mittags laufen lassen, Energiemanagement nutzen.
Bei PVPro Solar bekommst du eine kostenlose Erstberatung mit Dachanalyse und Ertragsprognose, ein Festpreis-Angebot mit Modulen von AIKO, JA Solar oder Longi, Wechselrichter von Fronius und auf Wunsch einem BYD-Speicher. Die Montage übernehmen unsere eigenen zertifizierten Techniker, die Anmeldung erledigen wir für dich. Du zahlst nach dem 30/70-Modell.
Jetzt unverbindliches Angebot anfordern. Oder ruf uns an unter 0511 3360603 oder schreib uns per WhatsApp an +49 176 2399 8536.
Häufige Fragen: Lohnt sich Photovoltaik?
Lohnt sich Photovoltaik trotz sinkender Einspeisevergütung?
Ja. Der Gewinn einer Solaranlage kommt heute vor allem aus dem Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart Netzstrom für rund 37 Cent (Annahme), die Einspeisung bringt nur rund 7,70 Cent. Je mehr Solarstrom du selbst nutzt, desto weniger hängt die Rechnung von der Einspeisevergütung ab.
Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine PV-Anlage?
Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher amortisiert sich in unserem Rechenbeispiel nach rund 10 bis 12 Jahren, mit Speicher nach rund 12 bis 14 Jahren. Steigende Strompreise, Wärmepumpe oder E-Auto verkürzen die Amortisation. Danach erzeugt die Anlage noch viele Jahre Strom.
Lohnt sich ein Speicher?
Das hängt vom Verbrauchsprofil ab. Wer tagsüber selten zu Hause ist oder abends viel verbraucht, profitiert stärker. Rein rechnerisch braucht ein Speicher allein meist länger, bis er sich bezahlt macht, als die PV-Anlage. Wichtig wird er bei steigenden Strompreisen und wenn Notstrom gewünscht ist.
Lohnt sich Photovoltaik in Norddeutschland?
Ja. In der Region Hannover rechnen wir mit rund 893 kWh pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt damit knapp 9.000 kWh, deutlich mehr als ein typischer Haushalt verbraucht.
Muss ich auf Solarstrom Steuern zahlen?
Für die meisten privaten Anlagen nicht. Erträge aus Anlagen bis 30 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit sind nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei, und auf Lieferung und Montage an Wohngebäuden fallen 0 % Umsatzsteuer an.
Lohnt sich Photovoltaik auch nach der EEG-Novelle?
Ja, die Rechnung verschiebt sich aber noch stärker zum Eigenverbrauch. Wer bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, sichert sich noch 20 Jahre feste Vergütung. Laut Regierungsentwurf zur EEG-Novelle 2027 soll es für neue kleine Anlagen danach nur noch eine befristete Übergangszahlung geben.
Wie hoch ist die Rendite einer PV-Anlage?
In unserem Rechenbeispiel mit 10 kWp ohne Speicher rund 5,5 bis 8 % pro Jahr über 20 Jahre, bei 16.000 € Investition etwa 6,7 %. Gerechnet ohne Strompreissteigerung, steigende Strompreise erhöhen die Rendite.
Was kostet Solarstrom vom eigenen Dach pro kWh?
Bei einer 10-kWp-Anlage für 14.500 bis 17.500 € und rund 210.000 kWh Ertrag über 25 Jahre etwa 7 bis 8 Cent pro kWh. Netzstrom kostet rund 37 Cent.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick (Stand Oktober 2026) und ersetzt keine Steuer-/Rechtsberatung.








